Die Kün­stler­sozialka­sse (KSK) bzw. die Kün­stler­sozialver­sicherung bietet immer wieder Stoff für viele Diskus­sio­nen. Wer muss denn nun Abgaben zahlen? Wer kann in die Kün­stler­sozialka­sse ein­treten? Wie hoch sind die Abgaben? Diese und mehr Fra­gen hat man nicht nur als möglich­er Ver­sichert­er son­dern natür­lich auch als Auf­tragge­ber. Ich möchte im Fol­gen­den ein wenig die Auf­tragge­ber-Seite beleucht­en und Antworten auf die häu­fig­sten Fra­gen geben. Wichtig: das hier ist keine verbindliche Recht­sauskun­ft son­dern lediglich eine Hil­festel­lung und ich habe mich über­wiegend der Infor­ma­tio­nen von der Seite der KSK bedi­ent. Wenn ihr euch nicht sich­er seid, ruft im Zweifel bei der KSK an, die kön­nen euch weit­er­helfen.

 

Was ist überhaupt die KSK?

Die Kün­stler­sozialver­sicherung ist Teil der Sozialver­sicherung und ermöglicht freis­chaf­fend­en Kün­stlern und Pub­lizis­ten Zugang zur geset­zlichen Kranken-, Pflege- und Renten­ver­sicherung. Ver­sicherte in der KSK zahlen nur einen dem Arbeit­nehmer­an­teil entsprechen­den Beitrag. Den anderen Anteil übern­immt die KSK (qua­si wie in einem Angestell­ten-Ver­hält­nis).

 

Wer muss die Künstlersozialabgabe zahlen?

Die Abgabe zahlen muss jed­er, der kün­st­lerische oder pub­lizis­tis­che Leis­tun­gen freis­chaf­fend­er Kün­stler oder Pub­lizis­ten in Anspruch nimmt. Pri­vatleute sind von der Abgabe ausgenom­men (Beispiel: für eine Geburt­stags­feier hat der Feiernde bei ein­er Grafik­erin Ein­ladungskarten in Auf­trag gegeben).

Das bedeutet:

Unternehmen, die den Absatz kün­st­lerisch­er oder pub­lizis­tis­ch­er Leis­tun­gen am Markt fördern oder ermöglichen

Unternehmen, die sich selb­st oder eigene Pro­duk­te bewer­ben und dafür freis­chaf­fende kün­st­lerische oder pub­lizis­tis­che Leis­tun­gen in Anspruch nehmen

Unternehmen, die Werke und Leis­tun­gen von freis­chaf­fend­en Kün­stlern und Pub­lizis­ten nutzen, um damit Ein­nah­men zu erzie­len.

Wichtig ist Regelmäßigkeit. Eine Regelmäßigkeit liegt vor, wenn die Gesamt­summe aller gezahlten Ent­gelte in einem Kalen­der­jahr 450 Euro über­steigt (das bedeutet bis 450 Euro ist man von der Abgabe befre­it).

Ein paar Beispiele:
— Ver­lage
— The­ater
— Rund­funk- und Fernse­hen
— Museen
— Wer­bung oder Öffentlichkeit­sar­beit für Dritte

Es macht übri­gens KEINEN Unter­schied, ob der beauf­tragte Kün­stler in der KSK ist oder nicht. Die Abgabe wird für jeden beauf­tragten, freien Kün­stler oder Pub­lizis­ten fäl­lig.

 

Für welche Leistungen ist eine Abgabe zu entrichten?

Für alle Ent­gelte an selb­ständi­ge Kün­stler oder Pub­lizis­ten, auch Nebenkosten wie Tele­fon- oder Mate­ri­alkosten. Zahlun­gen an offene Han­dels­ge­sellschaften (OHG), Koman­dit­ge­sellschaften (KG), juris­tis­che Per­so­n­en des pri­vat­en oder öffentlichen Rechts (GmbH, AG, e.V…), Zahlun­gen an urhe­ber­rechtliche Ver­w­er­tungs­ge­sellschaften, die geson­dert aus­gewiesene Umsatzs­teuer und Reisekosten sind von der Bemes­sungs­grund­lage ausgenom­men. Auch Vervielfäl­ti­gungskosten sind davon ausgenom­men (z. B. unverän­derte Nach­drucke).

 

Wie hoch ist die Künstlersozialabgabe?

Die Abgabe ist von Jahr zu Jahr unter­schiedlich. Im Jahr 2017 beträgt die Abgabe 4,8 %. Bemes­sungs­grund­lage sind alle in einem Kalen­der­jahr an selb­st­ständi­ge Kün­stler und Pub­lizis­ten gezahlten Ent­gelte.

 

Ich weiß nicht, ob ich abgabepflichtig bin. Was kann ich tun?

Auf der Inter­net­seite der KSK gibt es einen Vor­druck zur Prü­fung der Abgabepflicht. Den kann man sich dort ein­fach run­ter­laden und aus­füllen. http://www.kuenstlersozialkasse.de/unternehmen-und-verwerter/entgeltmeldung.html

Auf der gle­ichen Seite kann man sich auch den aktuellen Melde­bo­gen für Unternehmen, die schon als abgabepflichtiges Unternehmen erfasst sind, run­ter­laden. Die Mel­dung muss unaufge­fordert geschehen, anson­sten wird die Bemes­sungs­grund­lage geschätzt und es dro­ht ein Bußgeld.

Ein kurz­er Hin­weis, da ich von Kol­legin­nen mit­bekom­men habe, dass wütende Kun­den sie anriefen und ihnen vor­war­fen, dass sie ihretwe­gen jet­zt Abgaben an die KSK zahlen müssten und warum sie nicht von der Grafik­erin darüber informiert wur­den: ihr als Auf­tragge­ber seid in der Pflicht, euch über diese Abgabe zu informieren und sie kor­rekt abzuführen. Ich als Grafik­erin bin laut Gesetz nicht mal verpflichtet euch darauf hinzuweisen, dass ihr eine Abgabe zahlen müsst (ich mache es aber trotz­dem, auf meinen Ange­boten und Rech­nun­gen ste­ht ein Ver­merk dazu). Ja, ihr müsst eine Abgabe zahlen, wenn ihr mich beauf­tragt habt. Das müsstet ihr aber für jeden anderen, freien Grafik­er eben­falls, unab­hängig davon, ob er oder sie sel­ber Mit­glied in der KSK ist oder nicht.

Ich hoffe, ich kon­nte euch mit diesen Infor­ma­tio­nen ein wenig helfen, das ganze WirrWarr um die KSK bess­er zu ver­ste­hen. Wenn ihr noch Fra­gen habt, kön­nt ihr sie gerne in den Kom­mentaren stellen und ich werde ver­suchen, euch zu helfen. Wenn ihr unsich­er seid, lohnt sich auch immer ein Blick auf die Seite der KSK sel­ber (http://www.kuenstlersozialkasse.de) oder ein Anruf bei deren Hot­line. Dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Quelle: www.kuenstlersozialkasse.de // wikipedia.de
Artikel­bild: lon­don­de­posit (deposit­pho­tos)

Die Künstlersozialkasse ist immer wieder Anlass für viele Fragen und Diskussionen. Wer muss die Abgabe zahlen? Wie hoch ist die Abgabe? Diese und mehr Fragen, die für Auftraggeber von freischaffenden Künstlern wichtig sind möchte ich in diesem Artikel beantworten.