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Wieviel Arbeit steckt in einem Logo?

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Wür­de mich jemand fra­gen, wie­viel Arbeit in einem indi­vi­du­ell ange­fer­tig­ten Möbel­stück steckt, ich könn­te es nicht beant­wor­ten. Oder in einem Bau­plan für ein Ein­fa­mi­li­en­haus – kei­nen blas­sen Schim­mer. Und trotz­dem fragt man sich, war­um die­ses oder jenes jetzt kos­tet, was es kos­tet. Ich selbst habe mich auch schon bei dem Gedan­ken ertappt, bei dem ich mich frag­te, ob der Preis jetzt wirk­lich gerecht­fer­tigt ist. Wenn man nur das fer­ti­ge Ergeb­nis sieht und nicht weiß, wie­viel Zeit in das Pro­dukt oder die Dienst­leis­tung geflos­sen ist, pas­siert das schnell. So auch beim Logo­de­sign, wo ich mich auch das ein oder ande­re mal mit die­ser Fra­ge kon­fron­tiert sah. Aus dem Grund möch­te ich hier ger­ne ein­mal auf­lis­ten, wel­che Arbeits­schrit­te eigent­lich in so einem Logo­de­sign ste­cken.

 

Das Briefing

Alles beginnt mit einem guten Brie­fing! Den Satz kann ich gar nicht oft genug sagen. Wenn man nicht weiß, was der Kun­de möch­te, kann man ihm auch nicht hel­fen. Also ist es mei­ne Auf­ga­be, dem Kun­den durch geziel­te Fra­gen zu sei­nen Ant­wor­ten zu ver­hel­fen. Was für ein Pro­dukt / für eine Dienst­leis­tung bie­tet der Kun­de an? Wer ist sei­ne Ziel­grup­pe? Wer sind die Kon­kur­ren­ten? Gibt es Vor­lie­ben oder schon eige­ne Ide­en? All das und mehr kann man in einem per­sön­li­chen Gespräch klä­ren oder aber (wenn ein Tref­fen nicht mög­lich ist) auch per Tele­fon oder man schickt ein For­mu­lar, wel­ches der Kun­de aus­fül­len kann. Die­ser Schritt ist ver­mut­lich der wich­tigs­te über­haupt, da er die Grund­la­ge für alle fol­gen­den Schrit­te ist.
Gesprächs­pro­to­kol­le hel­fen, das Gesag­te zu fixie­ren, damit es spä­ter nicht zu Miss­ver­ständ­nis­sen kommt.
Wäh­rend oder vor die­ser Pha­se erfolgt auch eine Recher­che, ob der Name, der im Logo auf­tau­chen soll, schon geschützt ist, damit es spä­ter kei­ne unan­ge­neh­men Über­ra­schun­gen gibt.

 

Nachforschung und Einarbeitung

Nach dem Brie­fing geht’s an die Nach­for­schung. Ich ver­su­che in die­ser Pha­se mög­lichst viel über das Unter­neh­men zu ler­nen. Wofür steht es? Wel­che Phi­lo­so­phie ver­tritt es? Wel­che His­to­rie hat es? Gibt es ein bestehen­des Cor­po­ra­te Design? Wel­che Leu­te wer­den ange­spro­chen? Wer kauft die Pro­duk­te / Dienst­leis­tung? Auch wenn der Kun­de eini­ge Fra­gen bereits im Brie­fing beant­wor­tet hat soll­te man sich als Desi­gner auch immer sel­ber ein Bild machen. Oft sind die Wahr­neh­mun­gen ver­schie­den.

 

Vorentwürfe

Wenn man alle Infor­ma­tio­nen hat und sich mit sei­nem Kun­den abge­stimmt hat, geht es an die Vor­ent­wür­fe. Vie­le Krea­ti­ve bevor­zu­gen das Skrib­beln mit Papier und Blei­stift für ers­te Roh­ent­wür­fe, man kann ers­te Ent­wür­fe aber auch am Com­pu­ter erstel­len. Ich erstel­le in die­ser Pha­se meh­re­re schnel­le Ent­wür­fe, arbei­te Ide­en wei­ter aus, mache meh­re­re Ver­sio­nen einer Vari­an­te um zu gucken, was bes­ser funk­tio­niert. Am Ende habe ich dann meist 2 bis 3 Vari­an­ten, mit denen ich wei­ter­ar­bei­te.

Zu dem Zeit­punkt mache ich meist auch eine kur­ze Recher­che, ob mei­ne Ide­en schon als Logo von ande­ren exis­tie­ren, damit ich dem Kun­den spä­ter nichts prä­sen­tie­re, was bereits am Markt ist (im schlimms­ten Fall noch bei der direk­ten Kon­kur­renz…)

 

Detailliertes Ausarbeiten und Kundenpräsentation

Nach­dem ich ein paar Vari­an­ten gefun­den habe, die mir pas­send erschei­nen, arbei­te ich die­se genau­er aus. Nor­ma­ler­wei­se zei­ge ich dem Kun­den zwei bis drei Ent­wür­fe, von denen dann eine aus­ge­wählt wird, mit der wir wei­ter­ar­bei­ten. Hier hängt es davon ab, wie umfang­reich die Ände­run­gen sind, die der Kun­de ger­ne hät­te. Far­ben anpas­sen ist schnell gemacht. Im schlech­tes­ten Fall gefällt dem Kun­den gar kei­ne der gezeig­ten Vari­an­ten und ich muss noch­mal von vor­ne anfan­gen. An die­ser Stel­le gehe ich dann auch noch­mal genau­er auf das Brie­fing ein und fra­ge nach, was genau der Kun­de sich vor­ge­stellt hat, denn oft resul­tiert ein Nicht­ge­fal­len aus einem unge­nau­en Brie­fing oder Wün­schen, die der Kun­de nicht deut­lich geäu­ßert hat.

 

Übergabe des Logos

Die letz­ten Ände­run­gen sind gemacht, der Kun­de ist glück­lich und möch­te nun ger­ne sein Logo. Ich über­ge­be immer eine Daten­samm­lung in den ver­schie­de­nen ange­for­der­ten Datei­for­ma­ten, Grö­ßen und Farb­mo­di, damit der Kun­de für alle Anwen­dungs­zwe­cke immer das rich­ti­ge Logo hat und mich nicht spä­ter kon­tak­tie­ren muss. Ich schi­cke auch eine kur­ze Über­sicht mit, wel­ches Logo für wel­chen Anwen­dungs­zweck am bes­ten zu nut­zen ist, damit wirk­lich immer das opti­ma­le Ergeb­nis erzielt wird.

 

Ihr seht also, die Arbeit fängt nicht erst an, wenn ich am Rech­ner das Logo aus­ar­bei­te, son­dern schon wesent­lich frü­her. Eine gute Vor­ar­beit ist aber auch wirk­lich wich­tig, denn sie erleich­tert die wei­te­ren Schrit­te unge­mein und spart zeit­fres­sen­de Nach­ar­bei­ten.

 

Die Arbeit an einem Logo beginnt nicht erst mit der Umsetzung am Rechner. Viele Arbeitsschritte haben schon vorher stattgefunden. In diesem Artikel möchte ich euch zeigen, wieviel Arbeit in der Logoentwicklung steckt.





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