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Die alte Leier vom Networking

Was tut sich | 2 Kommentare | Autor:

Networking, vernetzen, Social Media Communication – alles Begriffe, die wir fast täglich um die Ohren geschmissen bekommen. Ich habe mich schon öfter dabei ertappt, wie ich die Augen verdreht habe bei dem Thema. Jetzt, als Freiberuflerin sehe ich die Dinge aus einem etwas anderen Blickwinkel. Netzwerken ist wichtig, man muss sich und seine Arbeit bekannt machen und ins rechte Licht rücken, daran kommt man fast nicht vorbei. Viel wichtiger (und bisher auch ertragreicher) finde ich allerdings das Netzwerken von Angesicht zu Angesicht. Ein Beispiel: Anfang November wurde vom Startercenter Recklinghausen eine Visitenkartenparty ausgerichtet. Es waren wirklich viele Leute da, alles Jungunternehmer und einige mit interessanten Geschäftsideen. Man kam ins Plaudern, tauschte seine Visitenkarten aus – alles war ungezwungen und locker. Ich habe auf dieser Party bestimmt an die 20 Visitenkarten verteilt und bisher 2 Aufträge dadurch erhalten.

Weiteres Beispiel: ein Workshop zum Thema „Texten für Print und Internet“. Ich wollte mich ein wenig fortbilden was Wortwahl und Textsicherheit angeht. Auch wieder viele Jungunternehmer, aber andere Atmosphäre (schließlich waren die Leute da, um was zu lernen). Gegen Ende erhielten wir eine praktische Aufgabe, in der wir uns einen Text für ein beliebiges Beispiel ausdenken sollten. Am Ende konnte jeder, der wollte seinen Text vorlesen und Feedback von den anderen bekommen. Wo ich konnte, habe ich ausführliches Feedback gegeben und gleichzeitig versucht, gute Alternativen aufzuzeigen. Ja, ich habe viel geredet, aber was hätte es gebracht, wenn ich nichts gesagt hätte? Wir sind ja nicht mehr in der Schule, wo man als Streber galt, wenn man sich mehr als einmal im Unterricht gemeldet hat. Schießlich war ich da, um was zu lernen aber auch um neue Kontakte zu knüpfen. Ich habe also versucht die anderen von meiner Kompetenz zu überzeugen. Am Ende des Workshops hatte ich keine Visitenkarten mehr und auch da hat sich schon ein Auftrag draus entwickelt.

Mittlerweile habe ich selber einen ganzen Stapel an fremden Visitenkarten, wenn ich also mal eine Fachkraft brauche, finde ich sie garantiert im Stapel.

Vernetzen übers Internet ist wichtig, keine Frage, aber ich glaube, grade am Anfang haben solche persönlichen Begegnungen mehr Potential. Erstmal lernt man neue Leute kennen, oft auch aus der gleichen Region (räumliche Nähe ist ein nicht zu unterschätzender Faktor – viele Unternehmer arbeiten lieber mit Leuten zusammen, die in der Nähe tätig sind). Ausserdem kann man so an seinem Auftreten, an seiner Wirkung auf andere arbeiten. Es gehört etwas Mut dazu, einfach auf fremde Menschen zuzugehen und mit Ihnen übers Business zu reden (der Mensch verkauft sich nunmal nicht gern), aber je öfter man es macht, desto einfacher wird es – und kann am Ende sogar Spaß machen wenn man merkt, dass man mit seinem Gesprächspartner auf einer Wellenlänge schwimmt.

Also, geht raus unter Leute, besucht Visitenkartenpartys, Workshops, Wirtschaftsempfänge… am Ende wird sich das ganze Händeschütteln und Reden mit Sicherheit für euch lohnen.




2 COMMENTS


  • Christian Loewenthal 19/01/2016 at 12:31 | Antworten

    Hallo Annika,

    ein sehr schöner Artikel. Online-Kontakte sind natürlich enorm wichtig. In meinen acht Jahren als Selbstständiger habe ich mit vielen Personen zusammengearbeitet, die ich nie persönlich getroffen habe und daraus haben sich teils tiefe (online) Freundschaften entwickelt, aber der persönliche Kontakt macht es um vieles leichter. Ehrlich gesagt, macht es auch mehr Spaß.

    Ich finde es toll, wenn andere Selbstständige von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen berichten. Wenn du magst, gerne mehr davon. 🙂

    LG
    Christian


  • Annika 19/01/2016 at 12:35 | Antworten

    Hey Christian,

    ich hab mir vorgenommen in 2016 hier etwas mehr zu schreiben, da wird sicher auch der ein oder andere Erfahrungsbericht bei rumkommen 🙂



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